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G - PARSCHAT WAJESCHEW



description:  MACHON MEIR
DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT WAJESCHEW

Nr. 544
23. Kislev 5766


Diese Woche in der Tora (Gen. 37,1 - 40,23):
Josefs Träume, Feindschaft seiner Brüder, als Sklave nach Ägypten, Jehuda und Tamar, Josef im Hause Potifar, im Gefängnis, deutet die Träume Pharaos Mundschenks und Bäckers.

Sonntagabend: 1. Licht Chanukka


Der Stand der Dinge...
Mehr Chanukka-Licht


Die Wochenabschnitte, die von Josef dem Gerechten erzählen, werden normalerweise um die Chanukkazeit herum gelesen, und das ist kein Zufall. Josef erlebte Wunder ganz ähnlich denen, die dem Volke Israel zur Zeit des zweiten Tempels geschahen. Josef wurde in eine Grube voller Schlangen und Skorpione [siehe Midrasch] geworfen und gerettet, lebte in Ägypten unter einer verdorbenen Bevölkerung der untersten Stufe moralischer Unreinheit, und trotz alledem bewahrte er seine Rechtschaffenheit. Vom Gefängnis stieg er auf zu Größe, bis hin zur Position des Vizekönigs - so auch Israel während des zweiten Tempels, zunächst unter der Herrschaft der Griechen. Es gab keine staatliche Unabhängigkeit, und die Bestrebungen der herrschenden Griechen und der jüdischen Hellenisten liefen darauf hinaus, Israel vollkommen im griechischen Imperium zu absorbieren, die jüdische Identität zu verwischen und die heilige Tora und ihre Gebote vergessen zu machen. Die Juden glichen einem Gefangenen in dunklem Kerker, umgeben von Schlangen und Skorpionen. Aber dann geschah ein Wunder, die Chaschmonäer besiegten die Griechen, die Wenigen siegten über die Vielen, die Schwachen über die Starken (siehe Al-hanissim Gebet). Am Ende des Krieges zündeten sie den Leuchter im Tempel wieder an, und damit machten sie vor der ganzen Welt deutlich, daß sie aus dem Dunkel ins Licht zurückgekehrt waren. Das Licht Israels leuchtet weiterhin aus Jerusalem.

Nach dem Stand der Dinge danken wir nicht nur für die Wunder "in jenen Tagen", sondern auch für die "in dieser Zeit". Man muß die Augen der Seele öffnen, um die Wunder zu erkennen, die G~tt an uns vollbringt, die Siege und die Tröstungen. Wir verließen den finsteren "Kerker" des Exils (Galut), voller Schlangen und Skorpione, endlich nach fast zweitausend Jahren. Das Volk Israel lebt trotz unzähliger Versuche der Völker und ihrer Religionen, uns zu würgen und zu stechen und unsere Seele g~ttbehüte zu vergiften. Und so wie Josef stiegen wir direkt aus dem finsterstem aller Kerker in die höchsten Höhen, vom Holocaust zu eigenstaatlicher Unabhängigkeit, von einem armen Staat, der die Nahrungsmittel rationierte, zu dem nach internationalen Maßstäben wirtschaftlich und militärisch starkem Lande unserer Tage. Wirtschaftliche und militärische Macht allein reichen aber nicht aus. Wir müssen auch im Hinblick auf unser Judentum, in spiritueller und ethischer Hinsicht erstarken, denn "ohne Offenbarung wird das Volk zügellos" (Sprüche 29,18). Wir sind uns zwar des "Ewiglichen Israels" sicher, und alle Versuche, unsere Identität zu verwischen, unsere Einzigartigkeit und unsere Bestimmung als Volk der Ewigkeit, das die Welt erleuchten und zu ihrer Vervollkommnung bringen soll, werden das Licht Israels nicht auslöschen.

Es besteht allerdings für uns die Pflicht, das Licht zu verstärken, das Licht der Tora, das Licht der Liebe, das Licht des Glaubens. Lernen, unser Wesen und unsere Bestimmung zu kennen in allen Generationen und besonders in dieser Zeit, und dadurch wird uns ein neues Licht auf Zion vergönnt sein, schnell und in unseren Tagen, amen.

Mit den besten Segenswünschen für ein fröhliches Chanukka, und in Erwartung der vollkommenen Erlösung,

Rav Dov Begon
(Leiter von MACHON MEIR)



HaRav Aviner
Mein japanischer Freund
Rav Schlomo Aviner


Der Autobus an der Station in Bet Sche'an hatte Verspätung, und so fand der Japaner, der neben mir an der Haltestelle saß, in mir einen Gesprächspartner. (Das ist eine wahre Geschichte aus der Zeit vor etwa 40 Jahren, als ich Mitglied des Kibbuz Sde Elijahu war [Emek Bet Sche'an], doch grub sich dieses Gespräch tief in mein Gedächtnis ein). "Was machen Sie denn hier so im Lande?", fragte ich ihn. "Ich kam zu einem Jahr lang Hebräisch lernen". "Wofür brauchen Sie denn Hebräisch?" "Um Bibel zu lernen". "Gibt es denn keine japanische Übersetzung?" "Ja, aber auf japanisch ist das nicht das Wahre" und hielt mir eine dicke Bibel mit Goldschnitt unter die Nase. Ich warf einen kurzen Blick hinein und sah augenblicklich, daß er recht hatte: das war wirklich nicht das Wahre. Unterdessen rückte ich meinen Tefillin-Beutel zuoberst in meiner Reisetasche. "Auch ich habe Tefillin", sagte er. "Was machen Sie mit Tefillin?", fragte ich erstaunt. "Ich lege sie an. Was kann man denn sonst mit Tefillin machen?!" - war er an der Reihe, erstaunt zu sein. "Aber warum legen Sie Tefillin?", bohrte ich nach. "Weil das doch in der Bibel steht", wobei sich sein Erstaunen noch weitete. "Was?! Sie halten alles ein, was in der Bibel steht?!" "Was denn sonst?! Wozu steht es denn geschrieben?!". Stimmt eigentlich. "Haben Sie einen Tallis?" "Na klar!" "Und einen 'Arba-Kanfos'?" "Nein". Ha, macht sich's leicht. "In Japan bauen Sie sich eine Sukka und essen Matze an Pessach?" "Sicher!" "Wo haben Sie denn die Matzes her?" "Vom Postamt!" und schaute mich an wie einen Hinterwäldler. "Sie halten die Schabbatgesetze?", wollte ich weiter wissen. "Was für eine Frage!" "Wo wohnen Sie denn?" "Im Kibbuz Hefziba". "Und die anderen dort, halten die die Schabbatgesetze?" "Nein, ich bin der Einzige". "Was machen Sie den ganzen Schabbat?" "Ich trage meinen Tallis, bete und lerne Bibel". Damit gelangte ich zur Frage aller Fragen: "Sind Sie Jude?" "Nein!" "Steht denn nicht in der Bibel, daß man Jude sein muß?" "Nein!!!", gab er mit größter Verwunderung zurück.

* * *

Er hat recht. Es steht nirgendwo: "Und der Ewige sprach zu Moscheh: Sprich zu den Kindern Israels: Seid Juden!". Allerdings wurde die Tora denjenigen gegeben, die bereits Juden waren. Jener nette Japaner von der Sekte der Makoja hat Anrecht auf Lohn für seine Gebotserfüllung, "nicht wie jemand, dem sie geboten sind und sie erfüllt, sondern wie jemand, dem sie nicht geboten sind und sie erfüllt" (außer Schabbat und Tefillin, Maimonides, "Mischne Tora", Gesetze von Königen und Kriegen, 10.Kap., Hal.9-10, siehe Anm. RaAvaD), aber er ist kein Jude. Demgegenüber sind die Mitglieder des Kibbuz Hefziba, die nicht die Schabbatgebote einhalten, allesamt Juden.

Nicht die Einhaltung der Gebote macht dich zum Juden, sondern weil du ein Jude bist, hast du die Pflicht zur Einhaltung der Gebote. Das Volk Israel wurde zum Volke G~ttes erwählt, noch bevor es Gebote erfüllte, und nachdem G~tt das Volk Israel erwählt hatte, gab er ihm die Gebote, weil er es so hochschätzte (siehe Maimonides "Mischne Tora", Gesetze vom Götzendienst, Ende des 1.Kap.). Die Gebote erzeugen nicht unsere Natur, vielmehr sind sie unsere Natur.

Und wie uns unser Meister, Rabbiner Zwi Jehuda Kuk lehrte, sprechen wir vor dem Toralernen nicht einen Segen "der uns seine Lehre gegeben und uns von allen Völkern auserwählte", denn daraus hätte man entnehmen können, daß unser ganzer Wert in der Erfüllung der Gebote besteht, und wenn wir g~ttbehüte mit der Gebotserfüllung aufhörten, nicht mehr G~ttes Volk wären - gemäß dem Grundprinzip der christlichen Theologie. Vielmehr sprechen wir: "..der uns von allen Völkern auserwälte und uns seine Lehre gab". Weil wir das Volk G~ttes sind, eine spezielle Einheit unter den Völkern, "ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk" (Ex. 19,6) - darum gab er uns seine Tora.

Nicht weil wir Gebote erfüllen, liebt uns G~tt, sondern weil er uns liebt, gibt er uns seine Tora: "Mit großer Liebe hast du uns geliebt, Ewiger, unser G~tt... gib in unser Herz zu begreifen und zu verstehen, zu hören, zu lernen und zu lehren, zu hüten, zu erfüllen und zu erhalten alle Worte des Forschens in deiner Lehre" (Segen vor dem Schma-Gebet).

Einmal hörte ich folgende Definition: "Wir kommen nicht von der Tora zu Israel, sondern von Israel zur Tora", und noch eine Definition: "Der Ba'al-Schem-Tov [Gründer des Chassidismus] umarmt jeden Juden, weil er in ihm einen Buchstaben der Tora sieht; Rabbiner A.J.Kuk [erster Oberrabbiner Israels] lernt Tora, weil er in jedem ihrer Buchstaben einen Funken einer jüdischen Seele sieht". Natürlich besteht darin kein Widerspruch. Wir können uns glücklich schätzen, über so einen Rabbiner zu verfügen wie Rav Kuk, der uns solche Dinge lehrt, denn in letzter Zeit haben wir sie besonders nötig. Wenn der Weg zum Volk Israel versperrt ist, ist auch der Weg zur Tora versperrt. Wenn der Weg zu einem Teil vom Volk Israel versperrt ist, ist der Weg zu einem Teil der Tora versperrt. Manchmal sind wir böse, manchmal wollen wir nicht verzeihen, manchmal wollen wir nicht vergessen - aber lieben tun wir doch, wir sind ein Volk, wir sind einig, wir sitzen alle im selben Boot, folgen demgleichen Manifest. Ein Jude liebt seinen Nächsten - das ist das Alef-Bet des Judentums. Die wahre Mutter sagt nicht "teilt das Kind!" - das ist das Alef-Bet des Judentums. Das ist das Herz vom Ganzen - der Glaube an das Volk. Das Herz - wie vor dem Feuer vor jeder Spaltung zu flüchten, denn darin liegt die höchste Gefahr. Wenn wir miteinander vor den Augen der Weltöffentlichkeit streiten, bedeutet das einen großen Chilul Haschem (Entheiligung des göttlichen Namens; Ma'amarej Hara'aja S.451-452). Wir müssen aus der Geschichte lernen - die Tempelzerstörung war auf grundlosen Haß zurückzuführen. G~ttseidank gibt es heute eine neue Situation, nämlich "Wer ist wie dein Volk Israel, ein einziges Volk auf Erden" (Chronik I, 17,21), und man muß es wie seinen Augapfel hüten.

Denk dran und vergiß es nicht - wir haben zahlreiche Feinde von außen und von innen, und Waffen allein reichen nicht, um sie zu besiegen. Vielmehr ist eine Kampfmoral nötig, die von der Einigkeit der Kämpfer herrührt. Damit will ich nicht ausdrücken, daß die jüdische Nächstenliebe nur als Mittel zur Stärkung des Nationalbewußtseins dient, vielmehr handelt es sich dabei um ein selbständiges, erhabenes Ideal, und darüberhinaus hängt davon aller Segen ab.

Die verschiedenen Strömungen in der Nation sind nicht mehr als eine optische Täuschung, die bestimmten Details anhaftet und von der Hauptsache ablenkt; Hauptsache ist, daß die göttliche Präsenz bei uns weilt, selbst wenn wir eine Menge schlechte Eigenschaften vorweisen. "...das Stiftszelt, das bei ihnen weilet inmitten ihrer Unreinheit" (Lev. 16,16). Wenn du dich vom Volk loslöst, entfernst du dich von der göttlichen Präsenz, sagte Rabbiner Menachem Mendel aus Vitebsk (siehe Olat Ra'aja II S.468). Das Gebot der Stunde: Kehr zurück zum Volk!



Weitere Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen auf hebräisch im Internet (audio/online):
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  • date: Sonntag, den 18. Dezember 2005 um 00:00 Uhr / י"ז כסלו תשס"ו
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