Bulletin zum Wochenabschnitt

Ich will helfen

Helfen Sie uns, Torah weltweit zu verbreiten

Wir sind mit verbundenen:

MASA.gif

register



G - PARSCHAT TEZAWE



description:  MACHON MEIR
DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL
Anschrift: Sderot Hame'iri 2, Kirjat Mosche
IL - 91032 Jerusalem ISRAEL Tel. +972 2 6511906
Fax +972 2 6514820 www.machonmeir.org.il

Redaktion und Übersetzung der deutschen Ausgabe: R. Plaut
Telefax: (+972 2) 6519 780
e-mail: kimizion@012.net.il
Internet: www.kimizion.org
Kostenloser Antwortservice "Frag' den Rabbi"

Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PARSCHAT TEZAWE

Nr. 555
11. Adar 5766


Diese Woche in der Tora (Ex. 27,20 - 30,10):
Die Priester - Ahron und seine Söhne; Priesterkleidung und -ausstattung; besondere Opfer und Amtseinführung; das tägliche Opfer; Opferdienst nur im Heiligtum und nur durch Priester; der Räucheraltar und der Dienst des Räucherwerkes im Heiligtum.

Schabbat Sachor, Fasten Esther und Purim!


Am Schabbes-Tisch...
Lauteres Olivenöl
Rav Jakov Halevi Filber
(Rabbiner an der "Merkas-Harav" Jeschiwa, Jerusalem)

An vielen Stellen in seinen Schriften betonte Rabbiner Awraham Jizchak Kuk [erster Oberrabbiner Israels], niemals einen Menschen von vornherein zu disqualifizieren, dessen religiöse Welt zu wünschen übrigläßt. Im Gegensatz dazu müssen wir beim Tempeldienst sehr wohl darauf achten, daß die Handlungen in vollkommener Weise ablaufen, wie z.B. das Anzünden der Lichter des siebenarmigen Leuchters (Menora), über den es in der Tora heißt: "...daß sie dir bringen Olivenöl, lauteres, ausgepreßtes, zur Beleuchtung, um die Lampen beständig anzustecken" (Ex. 27,20). Bezüglich der Schabbatlichter jedoch, die jeder Einzelne in seinem Hause anzündet, besteht ein Streit zwischen Rabbi Tarfon und Rabbi Jochanan ben Nuri (Schabbat 26a): Nach Rabbi Tarfon darf man dafür nur Olivenöl verwenden. Dagegen heißt es im Talmud weiter: "Da stellte sich Rabbi Jochanan ben Nuri auf seine Füße und sprach: Was sollen die Leute in Babylonien machen, die kein anderes als Sesamöl haben!? Was sollen die Leute in Medien machen, die kein anderes als Nußöl haben!? Was sollen die Leute in Alexandria machen, die kein anderes als Rettichöl haben!? Was sollen die Leute in Kappadokien machen, die weder dieses noch jenes, sondern nur Petroleum haben!? Halte dich vielmehr an die, von denen die Weisen gesagt haben, daß man sie nicht brennen dürfe". Die Halacha lautet, daß man alle genannten Öle verwenden darf, vorzugsweise aber Olivenöl (Schulchan Aruch O.C. §264,6). Mit diesem Streit über das Zünden der Schabbatlichter beschäftigte sich Rabbiner Kuk näher in seinem Buch Ejn Aja (Schabbat 2.Kap. §77): Er bestehe nicht nur in Bezug auf das Anzünden der Schabbatlichter, sondern auch bezüglich der Erleuchtung durch den menschlichen Verstand, und die im Talmud erwähnten Brennstoffe deuten auf Lerninhalte, mit denen der Mensch im Hinblick auf Himmelsfurcht und Gebotserfüllung seinen Verstand erleuchten kann. Rabbi Tarfon behauptet, so wie das Olivenöl das reinste der Öle ist und das von ihm ausgehende Feuer das reinste und hellste, entsprechend hat sich der Mensch mit den diversen Teilen der Tora auf höchster Verstandesebene zu beschäftigen, eben so wie das Olivenöl am klarsten leuchtet, und ein Öl, das diesen hohen Standard nicht erreicht, darf nicht zur Erleuchtung der Heiligkeit des Schabbats verwendet werden. Dagegen wendet Rabbi Jochanan ben Nuri ein, daß nicht jedem Juden solch eine hohe spirituelle Stufe vergönnt ist, die ihm die Beschäftigung mit dem innersten, höchsten Licht der Tora erlaubt, das den Menschen in weitem Maße durchflutet. Vielmehr gibt es Menschen, denen die Toraweisheit in kleinen Portionen zufließt, die sich mit dem Sesamöl vergleichen läßt, das aus vielen kleinen Sesamkörnern gewonnen wird. Alle zusammengenommen ergeben zwar ein etwas minderes Öl, das uns aber dennoch Licht in die Finsternis zu bringen vermag. So bauen auch diese Menschen selbst mit einfachem Verständnis aus jeder kleinen Lerneinheit der Tora eine Welt voller Tora, die die Seele erleuchtet. Wer also auf seine bescheidene Weise dem einfachen Sinn der Tora folgt, der vielleicht etwas trocken erscheinen mag, begegnet in Wirklichkeit einer welterleuchtenden Heiligkeit und wird von G~tt mit Wohlgefallen angenommen.

Auf der nächstniedrigeren Stufe gibt es Leute, die wegen ihrer geistigen Armut Schwierigkeiten haben, selbst die offenbaren Lehren der Tora zu verstehen, und jene gilt es, mit einfachen Worten und aus dem Leben gegriffenen Gleichnissen aufzuklären und der Tora näherzubringen. Diese einfachen Beispiele gleichen einer Schale um das ernsthafte Torastudium, um die eigentliche Frucht herum, so wie die Schale der Nuß, deren Öl man erst gewinnen kann, wenn man die Schale aufgebrochen hat. So verhielt es sich mit den Leuten in Medien, einfachen und ungebildeten Leuten, die man nur mit äußerlichen und an die primitive Vorstellungskraft appellierenden Gleichnissen der Heiligkeit der Tora annähern konnte. Immerhin brachten sie diese Gleichnisse zu einer gewissen Beschäftigung mit der Tora.

Darunter gibt es noch eine weitere Stufe, nämlich Menschen, die sich noch nicht einmal mit den kleinen und simplen Lehren der Tora beschäftigen, sondern sich an den Umgang mit weltlichen Lehren gewöhnt haben. Denen bieten die Lehren der Tora keinerlei Anreiz außer durch menschlichen Weisheiten entnomme Beispiele, die mit wissenschaftlichen Theorien vermischt sind, die nicht dem Geiste G~ttes auf Die-ihn-fürchten entstammen, sondern auf menschlichen Annahmen beruhen, die durchaus falsch sein können. Diese Art des Lernens verglich Rabbiner Kuk mit dem Rettich, der einerseits Bitterkeit abgibt, dem man aber andererseits lichtspendendes Öl abgewinnen kann. So kann man auch durch diese Art Lernen zu einer gewissen Erleuchtung gelangen, und so verhielt es sich mit den Leuten von Alexandria, die sich so weit von der Tora entfernt hatten, daß sie nur noch über "Rettichöl" verfügten. Doch selbst unter diesem Licht gingen am Ende tatkräftige und g~ttesfürchtige Menschen hervor, die sich durch Anhänglichkeit an und Liebe zur Tora auszeichneten. Darum gehört auch dieses Öl zu den erlaubten Leuchtstoffen.

Es gibt aber noch eine Kategorie, Menschen, die auf eine noch tiefere Stufe herabsanken, deren geistige Erleuchtung nur von Naturwissenschaften und Politik herrührt, so wie das Petroleum, das wir keiner Pflanze mehr zuordnen können, aus der es gewonnen wird. Und dennoch - solange sie mit ihrer Allgemeinbildung geradlinig den Wegen der Tora folgen möchten und ihrer Vertiefung in die Naturwissenschaften, wo das menschliche Vorstellungsvermögen herrscht, moralische Werte, G~ttesfurcht und die Anerkennung des Schöpfers aus seinen Taten und Kreaturen entnehmen, dann gehören auch sie zu den "erlaubten Ölen", wenn sie ihre Studien dem Glauben an die Tora und der G~ttesfurcht näherbringen, und man darf sie nicht abweisen.

Da nun die Halacha nach Rabbi Jochanan ben Nuri entschieden wurde, folgerte Rabbiner Kuk, daß sich andererseits jede Ansicht oder Idee, die den Menschen vom Licht der Tora entfernt, disqualifiziert und nicht zur Erleuchtung des menschlichen Verstandes verwendet werden kann. Sie ähnelt damit den für das Schabbatlicht nicht verwendbaren Ölen, weil sie nicht im Docht aufsteigen. Jedes Studium oder verstandesmäßige Wissen aber, mit deren Hilfe sich der Mensch in Tat oder Gedanken mit den Wurzeln der Tora verbindet, wenn auch nicht in vollkommener Weise, hat es dabei dennoch mit einem erlaubten "Öl" zu tun, dem die gesellschaftliche Legitimation nicht abgesprochen werden darf. Wer aber die Fähigkeit hat, sich nicht auf auf das Minimum beschränken zu müssen, sondern zu höheren Stufen der Heiligkeit aufsteigen und seinen Verstand mit dem höchsten Toralicht erleuchten kann, der hat dazu die Pflicht, und es steht ihm auch gut an, wie es heißt: "vorzugsweise aber Olivenöl" (s.o.). Doch auch die vom reinen Licht weiter Entfernten sind nicht zu verachten, denn auch sie beleuchten mit etwas geringerem Lichte ihr Leben mit göttlicher Heiligkeit, in ihrer Verbindung zur Allgemeinheit des Schöpferglaubens und dem Joch seiner Königsherrschaft, gesegnet sei er.



HaRav Ari'el
Der jüdische Funken
Rav Jakov Ari'el

(Stadtrabbiner von Ramat Gan und Kandidat zum israelischen Oberrabbinat)

Ein Funken des Glaubens existiert in jedem jüdischen Menschen. Durch seine Solidarität an sich mit dem Volk Israel und mit dem Lande Israel, mit jüdischen moralischen Werten und Kultur beweist er seinen Glauben, wenn auch nicht in Vollkommenheit.

Es herrscht allgemeine Übereinstimmung darüber, daß die Definition des Judentums im Wesentlichen eine religiöse ist. Eine Konvertierung zum Judentum nach dem jüdischen Gesetz (Halacha) bedeutet anerkannterweise auch eine Konvertierung im nationalen Sinne. Der Streit darüber, wer ein Jude ist, besteht nur bezüglich der Kehrseite der Medaille, die "nationale" Konvertierung sozusagen, ob sie von der religiösen Seite anerkannt wird.

Der Glauben an moralische Werte hat seinen Ursprung im religiösen Glauben. Von seiten rationaler Betrachtung gibt es überhaupt keinen überzeugenden Beweis für die Nützlichkeit moralischen Verhaltens, Güte, Nächstenhilfe, Liebe zu den Geschöpfen, Barmherzigkeit usw. Im Gegenteil - viele Philosophen suchten zu beweisen, und mit großem Erfolg, daß jene Eigenschaften als Schwäche ausgelegt werden können, als Kränklichkeit oder als Anomalie. Reines Moralgefühl - und besonders jenes, das in bestimmten Fällen Helden des Geistes zur Selbstopferung bei der Rettung des Nächsten bringen kann - zeugt von einem Glauben an einen göttlichen, absoluten und zweifelsfreien Ursprung der Moral, erhaben über alle menschlichen Abwägungen der Nützlichkeit.

Bei den meisten Menschen besteht eine Neigung zum Optimismus, eine Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Pessimistische Menschen, die am Leben verzweifeln, werden allgemein als Nervenkranke angesehen, die der Behandlung bedürfen. Woher stammt die erwähnte Hoffnung? Ist es nicht der Glauben, daß die Zukunft vollkommener und besser sein muß, so wie es uns in den Visionen unserer großen Propheten versprochen wurde?

Es findet sich kein Mensch, in dem sich nicht ein gewisses Streben nach Ewigkeit rührt, der Wunsch des Fortbestehens, ein Andenken nach seinem Tode bei seinen Nachkommen, Hinterlassen eines Lebenswerkes oder geistiger Schöpfungen. Was bedeutet dieses Streben, das jeder Grundlage in der realen Wirklichkeit entbehrt, nichts anderes ist als schwebender Staub, eine vorübereilende Wolke, verwehter Wind und ein entfleuchter Traum? Man muß zwangsläufig zugeben, daß es von einem Glauben an die Ewigkeit der Seele stammt, dem Anteil G~ttes am Menschen, der selber nicht über den Tod erhaben ist und ganz natürlich nach Ewigkeit und fortdauerndem Bestand strebt. Es gibt wohl kaum einen Menschen auf der Welt, der nicht an etwas Absolutes glaubt, oder wenigstens, daß es so einen Begriff in unserer vergänglichen, vielfältigen Wirklichkeit der dauernden Umwälzungen unseres Lebens gibt. Kein Mensch, der nicht zum Erhabenen strebt, zur Vollkommenheit.

Das Geist des Menschen strebt stets danach, den gemeinsamen Nenner der Erscheinungen zu finden, den grundsätzlichen Zusammenhang, die Ähnlichkeit und das Einigende allen Seins in unserer Welt. All das ist nur möglich über den Glauben an einen einzigen Ursprung der Welt, einen Weltschöpfer, der den Menschen nach seinem "Ebenbild" schuf. Es gibt keinen Menschen, der hundertprozent ungläubig ist, und daraus ergibt sich automatisch, daß jeder Mensch wenigstens irgendeinen Wert oder Inhalt der Tora akzeptiert. Dieser Einfluß erfolgt im Verborgenen, aber er existiert.

Die Tora Israels begnügt sich nicht mit abstraktem Glauben. Sie fordert Taten. Sie fordert während des ganzen Lebens, zu allen Stunden des Tages und auf jedem Gebiet, mit dem sich der Mensch beschäftigt, daß sein Glauben zum Ausdruck kommt und sich seine Beziehung zu seinem G~tt offenbart.

Alle Juden sind in einem spirituellen Netzwerk miteinander verwoben. Jede Gebotserfüllung irgendeines Juden wirkt sich auf die anderen aus, auch wenn sie es nicht direkt spüren. Das ganze Volk bildet einen einzigen Körper mit vielen Gliedern. Kein Glied, das nicht von einem anderen beeinflußt wird, und kein Körperteil, das nicht seine Lebensfähigkeit aus der Lebenskraft schöpft, die den ganzen Organismus erhält. So verhält es sich mit dem Volk Israel. Die Tora erhält es, und ihr ist es verpflichtet, und es gibt keinen Juden, der nicht im Offenen oder im Verborgenen irgendeinen Einfluß von ihr erfährt.
MJ234



Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen auf hebräisch im Internet (audio/online):
www.ateret.org.il
www.a7.org
>auch englisch- und russischsprachige Sendungen und Nachrichten aus Israel


Internet:
"Schall und Ru'ach" - Kurze Vorträge von Rabbiner Schlomo Aviner auf hebräisch zu den verschiedensten Themen, zum Zuhören online: www.kimizion.org/h.html
-auch Video
Rabbiner Aviner online auf französisch:
www.kimizion.org/zrf.html


Radio "Reschet Moreschet" - Hören Sie Rabbiner Aviners Fragestunde live vom Internet und stellen Ihre Frage per Telefon:
(+972 2) 5302685, jede Woche Do. 22.30-24.00 israelische Zeit (nur hebräisch!)
http://media.iba.org.il

Desgleichen Radio "Kol-Chai", Di. 23.00-24.00,
Tel. (+972) 50 800 93 93
http://kolchai.moreshet.co.il/web/index.asp


"Jerusalem Reclamation Project"
Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums in Jerusalem - Ateret Kohanim
www.kimizion.org/athisd.html

Lichterzünden/Schabbatausgang in:
Jerusalem: 17.06/18.20
Tel Aviv: 17.24/18.22
Haifa: 17.16/18.21

MACHON MEIR
Jüdische Studien in Hebräisch und Englisch in jeder Schwierigkeitsstufe, Anfängerkurse auch in Russisch, Französisch, Spanisch/Portugiesisch
Tanach, Mischna, Gemara, Themen der jüdischen Weltanschauung
-gelockerte Atmosphäre
-religiöser Zionismus
-Emuna nach den Lehren Rav Kuks
-Ulpan Giur

SPENDEN
per Überweisung an:
Machon Meir, Konto Nr. 4-16179-3
bei Postal Bank, Jerusalem,
oder per Scheck direkt an:
MACHON MEIR
P.O.B. 34107
JERUSALEM 91340
ISRAEL
oder per Kreditkarte nach telefonischer Absprache mit dem Büro von Machon Meir
02-6537898
Jeder, der Machon Meir spendet, mehrt Liebe und Glauben




  • date: Montag, den 06. März 2006 um 00:00 Uhr / ו' אדר תשס"ו
  • Kategorie: Betrachtungen zum Wochenabschnitt
  • Rabi: Das Blatt zum Wochenabschnitt
  • Views: 1802
More lessons on the same subject - Betrachtungen zum Wochenabschnitt