Bulletin zum Wochenabschnitt

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MACHON MEIR

DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL

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Betrachtungen zum Wochenabschnitt

"Be'Ahawa ube'Emuna"

PARSCHAT WAJAKHEL-PEKUDE

Nr. 557

25. Adar 5766



Diese Woche in der Tora (Ex. 35,1 - 40,38):

Kein Feuermachen am Schabbat; Aufruf zu Materialspenden für alle Teile des Heiligtums; künstlerische Fertigung und genaue Beschreibung des Stiftszeltes, der Bundeslade, des Tisches der Schaubrote, des Räucheraltars und des Wasserbehälters. Genaue Materialliste des Heiligtums, Details der Dienstkleidung der Kohanim und des Hohepriesters; Abnahme und Aufstellung des Heiligtums durch Moscheh und Einweihung.


Schabbat HaChodesch



Am Schabbes-Tisch...

Wahlen im Heiligtum

Rav Asri'el Ari'el

(Ortsrabbiner der Siedlung "Ateret")


Drei Kranzleisten krönen Geräte im Heiligtum: Der goldene Kranz um die Bundeslade, der goldene Kranz um den Tisch der Schaubrote, und der Kranz um den goldenen Räucheraltar [siehe auch "Betrachtungen" Nr. 554 Truma]. Die talmudischen Weisen ordnen jeden dieser Kränze einer bestimmten Krone Israels zu: den Kranz um den Alter der Krone des Priestertums (Kohanim), den Kranz um den Tisch - der Königskrone, und der Kranz um die Bundeslade symbolisiert die Krone der Tora (Joma 72b).


Diese Kronen unterscheiden sich in einigen Aspekten. Die Priesterkrone ist angeboren, sie unterliegt keiner Auswahl. Jedes Kind, das einem Kohen-Vater geboren wird, ist ein Kohen, ob es oder wir wollen oder nicht. Sein Körper ist heilig. Demgegenüber kann die Krone der Tora von Jedem erworben werden, der sie sich erwählt. Sie ist frei zugänglich und Jeder, der sie erlangen möchte, lerne und setze sie auf sein Haupt. Zwischen diesen beiden Kronen befindet sich die Königskrone. Einerseits enthält sie einen Aspekt der Angeborenheit, denn die Königskrone steht speziell "David und seinen Nachkommen auf ewig" zu (Schmu'el II, 22,51). Andererseits gibt es beim Königtum bestimmte Wahlmöglichkeiten. Ein Kohen kann nicht wählen, ob er ein Kohen sein will oder nicht. Auch wir können Niemanden zum Kohen wählen. Ein König allerdings, der nicht mehr herrschen will, kann von seinem Posten abdanken. Und nicht nur das - selbst wenn Jemand mit dem Salböl zum König gesalbt wurde, ist er noch kein König, solange ihn das Volk noch nicht dazu erwählt hat. Obwohl David vom Propheten Schmu'el zum König gesalbt worden war, konnte er sein Amt solange nicht antreten, wie das Volk die Führung durch Scha'ul vorzog. Auch während der Rebellion des Awschalom war David nicht König, weil sich das Volk gegen ihn auflehnte und seine Herrschaft nicht akzeptierte.


So steht die Königsherrschaft auf halber Strecke zwischen absoluter Wesenseigenschaft und freier Wahl. Nur eine gelungene Kombination beider Faktoren führt zum idealen König. Das läßt sich auch aus dem Toragebot der Königswahl herauslesen, das da lautet: "Setze einen König über dich, den der Ewige dein G~tt erwählen wird" (Dt. 17,15). Bei der Königswahl gibt es mehrere Beteiligte. Dir - dem Volk - obliegt das Gebot, einen König über dich zu setzen und damit deinerseits den himmlischen Kandidaten zu bestätigen.


Auf diese Weise wurde auch Bezalel gewählt, wie es im Talmud heißt: "Rabbi Jizchak sagte: Man setze über die Gemeinde keinen Verwalter, als bis man sich mit der Gemeinde beraten hat, denn es heißt: siehe, ich habe Bezalel mit Namen berufen. Der Heilige, gepriesen sei er, sprach zu Moscheh: Moscheh, ist dir Bezalel recht? Dieser erwiderte: Herr der Welt, wenn er dir recht ist, um so mehr mir. [G~tt] sprach: Geh dennoch und sage es ihnen. Da ging er hin und sprach zu Israel: Ist euch Bezalel recht? Sie erwiderten: Wenn er dem Heiligen, gepriesen sei er, und dir recht ist, um so mehr uns" (Berachot 55a).


G~tt hätte ohne Weiteres Bezalel durch Moscheh einsetzen lassen können. Doch das ist nicht der rechte Weg. Obwohl G~tt Eignung und Rechtschaffenheit Bezalels genau kannte, bat er Moscheh um dessen Stellungnahme und Prüfung der Weisheit Bezalels. Und obwohl all dies öffentlich bekannt war, sollte auch das Volk seine Meinung kundtun und trotz der Gefahr von Äußerlichkeit und Oberflächlichkeit ausdrücklich der Eignung Bezalels zustimmen.


Dieser "demokratische" Prozeß ist keinesfalls nur eine Technikalie, sondern ein ganz wesentlicher Akt. Der Herrscher erhält seine Autorität vom Volk. Auch wenn er von G~tt ausgewählt wurde, sei es durch ausdrückliche Weisung an einen Propheten, der ihn mit dem speziellen Salböl kürt, sei es auf anderen Wegen der göttlichen Vorsehung, die auf ihren verschlungenen und verborgenen Pfaden gerade jene Person auf den Thron bringt - so verbleibt die Verantwortung dennoch in den Händen des Volkes. Es ist für die Art und Weise der Staatsführung verantwortlich. Wenn der Staat schlecht geführt wird, kann das Volk nicht geltendmachen, es habe keine Macht darüber, um sich auf diese Tour der Verantwortung zu entledigen.


Darum läßt sich verstehen, wozu den Vorstehern der Gemeinde das Ablegen genauer Rechenschaft über die Verwendung der von ihnen eingesammelten Spendengelder geboten ist. Weil nämlich die Allgemeinheit der Souverän ist und sich die Führer auf dessen Autorität stützen, hat sie die Verantwortung dafür, jene zu beaufsichtigen und rechtschaffene Arbeitsleistung sicherzustellen.


Wenn nun die Wahl eines solchen Führers auf der Tagesordnung steht, ist jeder Einzelne des Volkes erst recht für die Wahl eines dem göttlichen Willen entsprechenden Kandidaten verantwortlich, im Sinne von "Setze einen König über dich, den der Ewige dein G~tt erwählen wird" (s.o.). Wer aber zu der Wahl des besten Kandidaten beitragen kann und stattdessen tatenlos in seinem Hause hockt - dem liegt die Schlinge bereits um den Hals!




HaRav Aviner

Der mich als Frau geschaffen

Rav Schlomo Aviner

(Leiter der Jeschiwa Ateret Kohanim/Jeruschalajim)


Nein, ich will mich nicht gegen den Text im Gebetbuch auflehnen und eine Änderung anbringen. Ich bete ganz regulär, und ich komme ganz ausgezeichnet mit dem Segensspruch zurecht: "..der mich nach seinem Willen geschaffen hat" - genau wie meine Oma, die Intellektuelle. Ich möchte bloß vorbringen, was ich fühle: Ich bin froh, eine Frau zu sein! So sehr froh! Mir fehlt gar nichts als Frau. Auch meiner Oma hat nichts gefehlt, und jetzt fehlt mir gar nichts.


Eines ist mir klar: Ich beneide nicht die Männer, und ich versuche nicht, sie nachzumachen. Ich will ihnen auch nicht ähnlich, so eine Art verpaßter Mann sein, statt einer mit sich selbst zufriedenen Frau und das glücklichste Geschöpf auf dem ganzen Erdenrund. Ich spüre nicht im Geringsten, weniger wichtig als ein Mann zu sein. Ich weiß sehr gut, daß sich viele Männer wichtiger fühlen als ich. Das ist mir egal. Wenn's ihnen Spaß macht... Ich konkurriere nicht mit ihnen. Wenn sie sich unbedingt überlegen fühlen müssen, sollen sie sich eben fühlen. Ich brauche mich nicht wichtiger zu fühlen. Ich fühle mich als mich selbst - und mir ist wohl dabei.


Darum verstehe ich nicht all die verschiedenen Streitereien mit dem Ziel, uns alle möglichen männlichen Funktionen zuzuteilen. Ich brauche keine männliche Kleidung und keinen männlichen Beruf, um dann im Konkurrenzkampf und dem Erfolgszwang der Männerwelt mithalten zu können. Ich brauche keine männliche Frisur und keine männliche Kosmetik.


Ich verstehe nicht den Kampf der englischen Suffragetten mit ihren weiten Hüten und langen Röcken, was brauche ich diesen ganzen politischen Unfug...


Ich übe auf andere Weise Einfluß aus, auf eine viel würdigere Weise, denn so lautet mein Motto: "Alle Herrlichkeit der Königstochter - drinnen" (Psalm 45,14). Meine Stärke liegt innen, im Innern. Das ist meine weibliche Stärke. Ich fühle die Schechina, die göttliche Präsenz in mir ruhen. Überhaupt: die Schechina, weiblich, nicht wahr?


Ich baue mein Haus, meine Partnerschaft, die Kindererziehung. Ich schaffe Annehmlichkeit mit Pflichtgefühl - auf beiden Seiten gemeinsam. Meinem Mann fällt das etwas schwer, er will alles genau festlegen und kommt dann durcheinander. Mir liegt das in der Natur. Ich kann lächeln, mit anderen teilen, teilnehmen, lieben. Meine Stärke liegt im Innern, dem Auge verborgen. Ich bin weder extrovertiert noch kokett - alles bleibt innen.


Ich behaupte gar nicht, daß mit meinem Mann immer alles glatt geht. Er versteht nicht alles, was ich rede, und dann beleidigt er mich, und ich weine. Nein, ich bin keine Heulsuse; wenn jemand anders mich beleidigt, dann weine ich nicht - sondern der. Aber ich bin von ihm abhängig, und ich habe ihm das auch schon ein paarmal erklärt, und er hat das wirklich verstanden. Doch dann macht er das wieder. Anscheinend ist es schwerer, sich zu ändern, als etwas zu verstehen. Aber ich kämpfe nicht gegen ihn auf seine Weise. Dabei habe ich von vornherein keine Chance und zerstöre bloß mich selbst und meine Kinder. Er trägt mir gegenüber so einen männlichen Stil zur Schau, hart, manchmal flucht er sogar, dann kommt er sich ja sooo männlich vor. Ich benutze nicht die Waffen eines Mannes - sondern die der Frau, z.B. Sanftmut, gegen ihn und gegenüber den Kindern.


Ja, ich bin wohl eine kleine Psychologin, eine kleine Sozialhelferin. Was für eine schwere Aufgabe lastet auf mir! Ehebeziehung und Kindererziehung in drei Schichten pro Tag, inklusive Schabbat- und Krankheitstage.


Manchmal sind meine Batterien alle. Dann fülle ich sie wieder an, denn sie lassen sich aufladen. Manchmal mithilfe von Sara, Riwka, Rachel und Lea, über die ich viel gelesen habe. Manchmal mithilfe meines Mannes, manchmal mithilfe von Freundinnen; manchmal aus mir selbst. Ja, ich schaue gerne in den Spiegel und lächle mir zu. Früher benutzte ich Schminke, doch gelangte ich zu der Einsicht, daß ich nichts zu verbergen oder besonders zu betonen hätte. Ich habe gar nichts gegen Kosmetik. Nur für mich ist das nichts, das ist alles. Ohne sie bin ich hübsch und in meinen Augen etwas besonderes. Nicht, um in Männeraugen Gefallen zu finden. Die interessieren mich nicht. Das ist nur für mein eigenes Selbstwertgefühl; schöne Kleider, schöne Kopftücher...


Wenn mir das Reden mit meinem Mann schwerfällt, führe ich einen inneren Dialog mit mir selber. Oder mit Freundinnen, ob persönlich oder am Telefon. Ich habe da so einige Telefon-Freundinnen. Mit meinen Freundinnen kann ich immer ganz offen reden und mich Frau fühlen. Das ersetzt allerdings nicht meinen Mann, sondern rechnet zusätzlich. Für mich steht die Familie ganz vorne an. Ich möchte beliebt und geliebt und verliebt sein und eine gute und verständige Mutter. Das alles habe ich nirgendwo gelernt. Vielleicht verfüge ich über was man "emotionale Intelligenz" nennt. Im Hause fühle ich natürliche Kreativität.


Richtig wohl aber fühle ich mich mit meinen Freundinnen. Die Welt der Kultur ist auf Männer zugeschnitten. Da gibt es alle möglichen mir fremde Dinge. Nichts für mich. Ich liebe meine Liederabende mit den Freundinnen. Ich muß singen. Das ist mir ein seelisches Bedürfnis. Manche spielen lieber ein Instrument. Ich kann nur Blockflöte. An diesen Abenden fühle ich mich natürlich.


Ich mache auch in Arbeitskreisen mit. Wir sprechen über alles, was uns angeht. Natürlich keine üble Nachrede über meinen Mann oder die Kinder - nur über mich selber. Ich bin wirklich gerne mit anderen Frauen zusammen. Sicher halte ich zu meinem Mann und meinen Kindern - aber gehören tue ich zum Stamm der Frauen, dem wir alle angehören, unabhängig von Alter, Familienstand und Beruf. Wir sind glücklich zusammen, lachen endlos zusammen, reines Lachen, helles Lachen.


Ich habe ein Geheimnis: In meinem Schoß umschließe ich ein Baby. Auch nach der Geburt umschließe ich es. Ich liebe und liebe es - und möchte wieder geliebt werden.


Ich liebe mich selber. Ich fühle in mir eine gesunde und helle Intuition, daß ich eine Art Weisheit entwickle, daß ich immer wieder neu geboren werde. Ich glaube an mich, an die große mir innewohnende Weisheit.


Darum sage ich fröhlich: Gelobt sei er, der mich als Frau geschaffen.




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  • date: Montag, den 20. März 2006 um 00:00 Uhr / כ' אדר תשס"ו
  • Kategorie: Betrachtungen zum Wochenabschnitt
  • Rabi: Das Blatt zum Wochenabschnitt
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