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G - Betrachtungen zum Wochenabschnitt



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Betrachtungen zum Wochenabschnitt
"Be'Ahawa ube'Emuna"
PESSACH
Nr. 560
17. Nissan 5766


Schabbat Chol HaMo'ed


Am Schabbes-Tisch...
Wie beim Auszug aus Ägypten
Rav Jakov Halevi Filber
(Rabbiner an der "Merkas-Harav" Jeschiwa, Jerusalem)

Im Frühjahr 5678 / 1918 wurde Rabbiner Awraham Jizchak Kuk [der sich zu der Zeit in London aufhielt] von seinem Schüler Dr. Moscheh Seidel gefragt, ob unsere Periode schon mit dem "Beginn der Erlösung" (Atchalta deGe'ula) bezeichnet werden könne. Darauf antwortete er: "Ja, der 'Beginn der Erlösung' erscheint ganz sicherlich vor uns!" (Igrot III, Nr.871). Er sagte dort voraus, daß die oberste Vorsehung diesen Anfang auf eine erhabenere Stufe bringen wird, als wir sie heute vorfinden. In letzter Zeit werden allerdings in unserer Gesellschaft Stimmen laut, die an der Bezeichnung "Beginn der Erlösung" für unser Zeitalter Zweifel anbringen, wegen der Auflösung von Siedlungen und dem Rückzug aus Teilen unseres Landes, als ob solche Rückschläge in einer Erlösung nicht vorkommen dürften. Doch diese Stimmen sind gar nicht neu, schon unser Lehrer Moscheh beschwerte sich vor G~tt: "Herr, warum machst du es so arg mit diesem Volke? Wozu hast du mich gesandt? Denn seitdem ich zu Pharao gekommen um zu reden in deinem Namen, macht er es ärger mit diesem Volke; gerettet aber hast du dein Volk nicht" (Ex. 5,22-23). Als Moscheh die Erlösung auf dem Rückzug befindlich sah, kamen ihm Zweifel an seiner Mission. Die Antwort auf Moschehs Zweifel finden wir im Midrasch: "Es gleicht mein Geliebter dem Hirsche - wie sich der Hirsch manchmal sehen läßt und dann wieder verdeckt ist und sich wieder sehen läßt und wieder verdeckt ist, so zeigt sich der erste Erlöser und ist wieder verdeckt und zeigt sich wieder... Jehuda Berabi sagte zu Kirssin: So zeigt sich ihnen der letzte Erlöser und ist wiederum verdeckt von ihnen" (Schir Haschirim raba, 2.Abschnitt). Von hier lernen wir von der Erlösung aus Ägypten bezüglich der letzten Erlösung, daß sie weitergeht, auch wenn sie verdeckt ist, sich weiterentwickelt und am Ende zum Vorschein kommt. Vielleicht bitten wir deshalb dreimal am Tag in unserem Gebete: "Und schauen mögen es unsere Augen, wenn du nach Zion zurückkehrst", denn es gibt Zeiten, wenn die göttliche Präsenz nach Zion zurückkehrt, ohne daß wir es sehen.

Die Verbindung des Auszugs aus Ägypten mit der letzten Erlösung finden wir in den Worten des Propheten Micha: "Wie in den Tagen deines Auszuges aus dem Lande Ägypten werde ich es Wunder sehen lassen" (7,15), und daraus lernten die Weisen die Ähnlichkeit der beiden Erlösungen: "So werde ich euch in Zukunft für die kommende Zukunft von der Knechtschaft Edoms erlösen und euch Wunder tun, wie es heißt: Wie in den Tagen deines Auszuges aus dem Lande Ägypten werde ich es Wunder sehen lassen" (Tanchuma). Den Worten des Propheten entnehmen wir, daß die Erlösung aus Ägypten kein einmaliges Ereignis, sondern ein Muster für Israels zukünftige Erlösung war, und von ihr lassen sich Antworten auf Fragen und Wirrungen finden, die im Laufe der zukünftigen Erlösung auftauchen können.

Eine weitere Quelle für die Verbindung zwischen der Erlösung aus Ägypten (Pessach) und der zukünftigen Erlösung finden wir in den Worten des "Sfat Emet" (zu Chanukka 5641). Er erklärte, es gebe die in der Schrift ausdrücklich erwähnten Feiertage, und demgegenüber die in der mündlichen Tora erwähnten Feiertage, die ihren Glanz von dem jeweils parallelen Feiertag der Schrift erhalten, so wie der Mond seinen Schein von der Sonne erhält. So hinterläßt der Feiertag (der Tora) einen Eindruck auf die israelitische Gemeinschaft (Knesset Israel), und aufgrund dieser Kraft begab die israelitische Gemeinschaft andere Feiertage. Chanukka zum Beispiel erhält seine Erleuchtung vom Laubhüttenfest, und Purim vom Wochenfest. Nur zu Pessach gibt es immer noch kein Parallel-Fest, doch hoffen wir auf die Verwirklichung von "Wie in den Tagen deines Auszuges aus dem Lande Ägypten werde ich es Wunder sehen lassen". - Diese Dinge schrieb der "Sfat Emet" vor über 120 Jahren. In unseren Tagen allerdings gesellte sich der Unabhängigkeitstag (Jom HaAtzma'ut) dazu als Feiertag unserer Erlösung und der Auslösung unserer Seelen, den das Oberrabbinat als Tag der Danksagung und der Freude festlegte und damit die Prophezeiung des "Sfat Emet" erfüllte.

Eine weitere Parallele des Unabhängigkeitsfestes zu Pessach läßt sich in den Worten des Tur (Vorläufer des Schulchan Aruch; O.C. §428,3) finden: "Ein Zeichen für die Festlegung [des Wochentages] der Feiertage: alef-taf, bet-schin, gimel-resch, dalet-kuf, heh-zade, waw-peh [die sog. Atbasch-Methode, wobei der erste mit dem letzten Buchstaben des Alefbets kombiniert wird, der zweite mit dem vorletzten, usw.], und die Bedeutung: am Wochentag, auf den der erste Tag Pessach [alef=1] fällt, wird immer Tischa Be'Aw [taf] fallen, ein Zeichen dazu: mit ungesäuertem Brote [Pessach] und bitteren Kräutern [Tischa Be'Aw] sollen sie es essen (Num. 9,11), am Wochentag des 2. Tages Pessach [bet=2] fällt immer Schawuot [schin], am Wochentag des 3. Tages Pessach [gimel=3] fällt immer Rosch Haschana [resch], am Wochentag des 4. Tages Pessach [dalet=4] fällt immer Kriat Hatora [kuf], gemeint ist [das Lesen der Tora an] Simchat Tora, am Wochentag des 5. Tages Pessach [heh=5] fällt immer Zom Kippur [zade; Zom=Fasttag], am Wochentag des 6. Tages Pessach [waw=6] fällt immer das vorangegangene Purim [peh]". Pessach besteht jedoch aus sieben Tagen, nur wird dort für den siebten Tag kein paralleler Feiertag genannt. In unseren Tagen gibt es aber auch darauf eine Antwort: Nach der Atbasch-Methode gehört zum 7. Buchstaben, sajin, der Buchstabe ajin, und tatsächlich fällt Jom HaAtzma'ut [ajin] immer auf denselben Wochentag wie der 7. Tag Pessach. So schließt sich der Kreis der sieben Tage Pessach, noch eine Verbindung zwischen Pessach und unserer Erlösung.

Eine der Fragen, die viele tiefreligiöse Menschen bewegt, besonders unter den sogenannten Charedim, lautet: Wie läßt sich der "Beginn der Erlösung" auf eine Periode beziehen, in der sich viele Juden nicht nach der Tora richten? Auch diese Frage ist nicht neu, sie wurde schon in Ägypten gestellt, wie der Midrasch berichtet: "Als Moscheh zu Israel sprach: In diesem Monat werdet ihr erlöst!, sagten sie ihm: Unser Lehrer Moscheh, wie können wir erlöst werden, haben wir doch keine guten Taten vorzuweisen? Da sprach er zu ihnen: Weil [G~tt] eure Erlösung wünscht, blickt er nicht auf eure bösen Taten" (Schir Haschirim raba). In einem anderen Midrasch (Schemot raba 15,4) heißt es: "hüpfend über die Berge (Hohelied 2,8) - sagte der Heilige, gelobt sei er: Wenn ich mir die Taten Israels ansehe, werden sie niemals erlöst, vielmehr betrachte ich ihre heiligen Vorväter, wegen des Verdienstes ihrer Väter erlöse ich sie". Auch hier lernen wir von der Erlösung aus Ägypten bezüglich unserer eigenen Erlösung, nämlich daß die Erlösung nicht von bußfertiger Umkehr abhängt, und selbst wenn g~ttbehüte Israel ihrer nicht würdig sein sollte, wird sie trotzdem eintreffen. Ebenso schrieb der heilige "Or Hachajim"-Kommentar zur Tora (Num. 24,17): "Wenn die Erlösung aufgrund der Verdienste Israels erfolgt, wird sie eine erstaunliche Höhe haben und der Erlöser wird sich vom Himmel offenbaren mit Wundern und Zeichen, wie im Buche des Sohar genannt. Was nicht der Fall sein wird, wenn die Erlösung kommt, einfach weil die Zeit reif ist, und Israel ihr nicht würdig sind; dann wird sie auf andere Weise geschehen, und darüber heißt es: der Erlöser wird kommen wie ein Armer und auf einem Esel reitend".



Frage und Antwort
Ein seltsamer Vorschlag
Rav Schlomo Aviner
(Leiter der Jeschiwa Ateret Kohanim/Jeruschalajim)

Frage: Vielleicht sollten wir, mangels anderer Möglichkeiten, von uns aus einen territorialen Kompromiß anbieten? Anderenfalls würden wir Alles verlieren, sowohl das Land als auch die Sympathien beim Volk. Wir verlieren die Gemeinsamkeit im jüdischen Volk. Bei der großen Demonstration gegen den Rückzug aus dem Katif-Gebiet in Kfar Maimon sah man nicht einen einzigen Teilnehmer ohne Käppchen auf dem Kopf. Darum müssen wir auf Teile des Landes Israels verzichten, damit wir nicht Teile des Volkes Israel verlieren - auch wenn wir moralisch gesehen im Recht sind. Darüberhinaus verlieren wir auch die Souveränität und die Besiedlung des Landes. Damit nicht alle Gebiete von Jehuda und dem Schomron (Judäa und Samaria) verlorengehen, müssen wir einen Plan der Kompromisse anbieten, eine Landkarte des Verzichtes. Wir dürfen nicht gegen die Regierung ankämpfen, sondern müssen mit ihr einen Dialog führen. Besser einen Teil verlieren als das Ganze.

Antwort: Nein! Das ist das Grundprinzip des Glaubens - daß wir so etwas nicht tun! Sicher kennen Sie die Geschichte von Rabbi Amnon aus Mainz, dem Verfasser des "Unetane tokef"-Gebetes, auf den der König großen Druck ausübte, damit er zum Christentum übertrete. Einmal wußte sich Rabbi Amnon kein anderes Mittel, die hartnäckigen Aufforderungen abzuwehren, als die Ausrede, er werde es sich überlegen. Kaum hatte er das gesagt, wurde ihm die furchtbare Bedeutung dieser Worte bewußt, und er tat vollständige reumütige Umkehr. Zwar behaupten die Forscher, diese Geschichte sei nicht dem großen und heiligen Rabbi Amnon zuzuschreiben, doch ändert das nichts an der Richtigkeit ihrer Moral. Im Leben gibt es viele Probleme, aber mit G~ttes Hilfe werden wir sie bewältigen - aber aus freien Stücken der Zerstörung des Volkes, der Tora und des Landes zustimmen - g~ttbehüte!

Wenn Ihnen jemand Ihre Frau entführt, würden Sie mit ihm in einen Dialog treten, sie ihm die Hälfte der Zeit zu überlassen, damit Sie sie nicht ganz verlieren?!

"Frauen, denen Nichtjuden sagten: Gebt uns eine von euch, auf daß wir sie verunreinigen, und wenn nicht, werden wir euch alle verunreinigen - müssen sich eher alle verunreinigen lassen, als daß sie ihnen auch nur eine einzige Seele von Israel ausliefern. Ebenso wenn Nichtjuden sprachen: Gebt uns einen von euch, auf daß wir ihn töten, und wenn nicht, werden wir euch alle töten,... müssen sich eher alle töten lassen, als daß sie ihnen auch nur eine einzige Seele von Israel ausliefern" (Maimonides, Gesetze von den Grundlagen der Tora, 5.Kap., Hal.5). Was ist der Grund dafür? Wenn sie alle mit Gewalt gefangennehmen, ist das zwar ein furchtbares Unglück, doch unsere Hände bleiben rein. Doch wenn wir selber ihnen auch nur eine einzige Person ausliefern, dann sind wir die Verbrecher, und das ist unendlich schlimmer.

Beim ersten Besiedlungsversuch von Elon Moreh waren unsere Führer zum Kompromiß bereit, die Siedlung in ein benachbartes Militärlager zu verlegen. Doch unser Lehrmeister Rabbiner Zwi Jehuda Kuk weigerte sich und sagte: "Ist das hier das Land Israel oder ist das hier nicht das Land Israel?!". Die Folge war, daß wir gar nichts bekamen. Da sagten einige Führer von Gusch Emunim [der damaligen Siedlervereinigung]: "Rabbiner Zwi Jehuda mangelt es an politischer Flexibilität, nächstes Mal nehmen wir ihn nicht mit". Am Ende sollte er jedoch Recht behalten, denn dieser Kampf flößte vielen Leuten Mut ein, so daß Jehuda und Schomron nunmehr eine Viertelmillion Einwohner zählen. Er hatte zwar damals eine Schlacht verloren, aber durch das Festhalten an seinen hochgeistigen Idealen den Krieg gewonnen.

Im Geschäftsleben gibt man manchmal etwas nach, um dadurch hinterher umso mehr zu verdienen, desgleichen bei Dame- und Schachspielen. Hier geht es aber weder um Geschäfte noch um Spiele. Hier geht es ums Leben, und mit geistigen Dingen treibt man keinen Kuhhandel.

Wie schrieb doch Rabbiner Kuk [R. Awraham Jizchak Kuk, erster Oberrabbiner Israels]: "Es gibt keine gewaltigen Helden mehr, es mehren sich stattdessen selbstzufriedene und tatenschwache Macher, die im Straßenschlamm kleinlicher Gedanken spielen, die ein wenig von materiellen und geistigen Händeln ansichhaben" (Orot, S.114).

Darum kann man zu dem eingangs genannten seltsamen und befremdlichen Vorschlag nur sagen: "Er heißt die Weisen zurücktreten, und ihre Einsicht betört er" (Jeschajahu 44,25); das ist eine Ausgeburt der Trauer und der Verzweiflung.

Nein, wir sind nicht verzweifelt. Wir sind voller Energie und Heldenmut und Hoffnung auf die Zukunft, trotz aller Schwierigkeiten. Schwierigkeiten gab es immer, und immer haben wir sie überwunden. Wenn nicht heute, dann morgen. Und wenn nicht morgen, dann eben übermorgen. Wir werden kämpfen und unser Volk überzeugen.



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  • date: Sonntag, den 09. April 2006 um 00:00 Uhr / י"א ניסן תשס"ו
  • Kategorie: Betrachtungen zum Wochenabschnitt
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