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MACHON MEIR

DAS ZENTRUM FÜR JÜDISCHE STUDIEN IN ISRAEL

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Betrachtungen zum Wochenabschnitt

"Be'Ahawa ube'Emuna"

PARSCHAT TASRIA-MEZORA

Nr. 562

1. Ijar 5766



Diese Woche in der Tora (Lev. 12,1-15,33):

Das Gebot der Beschneidung; Geburtsunreinheit und Reinigungsopfer; Ausschläge, deren Bedeutung auf den Reinheitsstatus des Befallenen, die Begutachtung durch den Priester und die Behandlung; Reinigungsprozedur und zugehörige Opfer; entsprechende Behandlung eines vom Aussatz befallenen Kleides oder Hauses; entsprechende Regelungen für Ausflußleidende und die Monatsblutung.


Mittwoch 5. Ijar: Jom Ha'Azma'ut



Am Schabbes-Tisch...

Im Lande euren Besitzes

Rav Jakov Halevi Filber

(Rabbiner an der "Merkas-Harav" Jeschiwa, Jerusalem)


Im Talmud werden sieben Gründe für Aussatzplagen genannt, und zwar 1. wegen der Verleumdung, 2. wegen des Blutvergießens, 3. wegen des falschen Schwörens, 4. wegen der Unzucht, 5. wegen des Hochmutes, 6. wegen des Raubes und 7. wegen der Mißgunst (Arachin 16a). Eines haben diese sieben Dinge gemeinsam: es handelt sich um gesellschaftliche Vergehen, um die Zerrüttung zwischenmenschlicher Beziehungen, und darum verknüpft die Tora das Thema der Aussatzplagen mit dem Eintritt des jüdischen Volkes in das "Land seines Besitzes", wie es heißt: "Wenn ihr in das Land Kana'an kommt, das ich euch zum Besitz gebe, und ich verhänge den Ausschlag des Aussatzes..." (Lev. 14,34). Die jüdische Gemeinschaft kann nämlich nicht im Lande ihres Besitzes existieren, wenn die Beziehungen zwischen den Bürgern nicht auf den Grundpfeilern von Recht und Anstand beruhen und sich eine Beeinträchtigung der Würde des Menschen und Verhinderung gegenseitigen Beistandes (wie bei Mißgunst und Hochmut) und/oder ein Mangel an Vertrauen und Nächstenliebe (wie bei falschem Schwören, Raub, Verleumdung und Blutvergießen) in der Gesellschaft breitmachen. In diesen Fällen sendet uns die göttliche Vorsehung Zeichen vom Himmel, damit wir uns bessern.


Auch wenn die Aussatzplage bei mehreren Vergehen erscheint, bietet zweifelsohne die Verleumdung den zentralen Anlaß für das Auftreten des Aussatzes, wie es weiter im Traktat Arachin heißt: "dies ist das Gesetz inbetreff des Aussätzigen - dies ist das Gesetz für den Verleumder" (15b). Rabbiner Moscheh ben Maimon ("Maimonides") widmete ein ganzes Kapitel in seinem Gesetzeskodex ("Mischne Tora", Sittenlehren 7.Kap.) dem Thema des Weitererzählens und der Verleumdung. Dort unterscheidet er zwischen drei Arten Vergehen und spezifiziert sie vom leichten zum schweren: Zuerst die "Zwischenträgerei" - der "Zwischenträger" übermittelt Informationen über Menschen an andere Menschen. "Als Zwischenträgerei ist anzusehen, wenn einer Klatschgeschichten herumträgt und sagt: 'Jener hat sich so geäußert, über diesen habe ich dies und das gehört'. Obgleich es sich um Wahres handeln mag, zerstört er damit die Weltordnung". Schwerer wiegt die Verleumdung, laschon hara, wie es dort weiter heißt: "Es gibt noch eine viel größere Sünde, die auch unter dieses Verbot fällt: die Bösrede. Ihrer macht sich schuldig, wer von der Schande seines Nebenmenschen erzählt, obgleich es sich um Wahres handelt". In beiden Fällen handelt es sich um eine wahre Information, und trotzdem ist sie verboten. Noch schlimmer ist es, wenn eine Lüge verbreitet wird: "Wer Lügenhaftes erzählt, wird als 'Verbreiter eines bösen Rufs' über seinen Nebenmenschen bezeichnet".


Die moderne Gesellschaft befindet sich ganz allgemein in großer Distanz zu den ethischen Gesellschaftsnormen der Tora, und besonders, was das Vermeiden übler Nachrede angeht. Wir vermerken dabei eine ganze Menge Scheinheiligkeit und Doppelzüngigkeit. Wenn es nämlich einerseits um die herrschenden Eliten geht, wird der "Schutz der Privatsphäre" ganz groß geschrieben, und es werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, einschließlich des Gerichtswesens, um unter dem Mäntelchen des "Schutzes der Privatsphäre" von Einzelnen oder auch von öffentlichen Einrichtungen verübtes Unrecht zu vertuschen, an deren Wohlergehen der herrschenden Oligarchie gelegen ist. Wenn es aber um einen Durchschnittsmenschen geht, dann wird das Banner des "Informationsrechtes der Öffentlichkeit" erhoben, und kraft dieses Rechtes erlauben sich sämtliche Medien, die schriftlichen wie die elektronischen, jeden mit Schmutz zu bewerfen und zu verleumden, auf den sie es gerade abgesehen haben. Wenn es auch viele Bereiche gibt, in denen es in der israelischen Gesellschaft noch etwas zu verbessern gibt, so zeigt doch gerade das Zeitungswesen ein himmelschreiendes Bedürfnis danach (und zu recht sagte uns unser Lehrer Rabbiner Zwi Jehuda Kuk, im Namen seines Vaters Rabbiner Awraham Jizchak Kuk: Hätte es zur Zeit der Mischna Zeitungsjournalisten gegeben, wären sie in der Mischna in der Liste der als Zeugen Unzulässigen aufgeführt worden). Die talmudischen Weisen lehrten uns in vielen Beispielen die Schwere des Vergehens von der üblen Nachrede, wollen wir uns einige davon ansehen: "Ferner sagte Rabbi Jochanan im Namen des Rabbi Jossi ben Simra: Wenn jemand Verleumdung spricht, so ist es ebenso, als hätte er G~tt verleugnet, denn es heißt: die da sprechen: mit unseren Zungen bringen wir es hoch, sind unsere Lippen mit uns, wer wird unser Herr sein (Psalm 12,5). Ferner sagte Rabbi Jossi ben Simra: Wer Verleumdung spricht, über den kommen Aussatzplagen, denn es heißt: wer im Verborgenen seinen Nächsten verleumdet, den vernichte ich (Psalm 101,5)... Ferner sagte ReSch Lakisch: Es heißt: wenn die Schlange beißt ohne Geflüster, auch der Zungenfertige hat keinen Vorteil (Kohelet 10,11). Dereinst werden sich alle Tiere versammeln, zur Schlange kommen und zu ihr sprechen: Der Löwe packt zu und frißt, der Wolf zerfleischt und frißt, welchen Nutzen aber hast du!? Sie aber wird erwidern: Welchen Vorteil hat der Zungenfertige!? Ferner sagte ReSch Lakisch: Wer Verleumdung spricht, steigert die Sünde bis zum Himmel, denn es heißt: sie versetzen zum Himmel ihren Mund, und ihre Zunge ergeht sich auf der Erde (Psalm 73,9). Rav Chisda sagte im Namen Mar Uqabas: Wer Verleumdung spricht, verdient gesteinigt zu werden, denn von diesem heißt es: den vernichte ich (s.o.), und dort heißt es: sie vernichten in der Grube mein Leben, und warfen Steine nach mir (Eicha 3,53). Ferner sagte Rav Chisda im Namen Mar Uqabas: Wer Verleumdung spricht, so spricht der Heilige, gepriesen sei er: Ich und er können nicht zusammen auf der Welt wohnen, denn es heißt: wer im Verborgenen seinen Nächsten verleumdet, den vernichte ich; der vom stolzen Blicke und hoch fahrenden Sinne, den mag ich nicht, und man lese nicht: oto [den] mag ich nicht, sondern ito [mit dem] mag ich nicht" (Arachin 15b). Würden wir in der heutigen israelischen Gesellschaft die Schwere des Vergehens der Verleumdung verinnerlichen, so wie es uns die talmudischen Weisen lehrten, sähen viele Dinge anders aus.




HaRav Aviner

Altneue Prinzipien

Rav Schlomo Aviner

(Leiter der Jeschiwa Ateret Kohanim/Jeruschalajim)


Durch die Wirren der letzten Zeit sind anscheinend einige Grundsätze des religiösen Zionismus in Vergessenheit geraten. Darum, zur Auffrischung des Gedächtnisses, hier eine kurze Liste zur Erinnerung:


1. "Heiliges Volk" - G~tt schuf uns als ein Volk, "ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk" (Ex. 19,6) zu sein, um den Namen G~ttes nicht nur im Privatleben, sondern darüberhinaus in einer von Ethik, Gerechtigkeit und Heiligkeit geleiteten Gesellschaft zu heiligen.


2. "Wiedererstehen der Nation" - Auf göttlichen Befehl erwachen wir zu neuem Leben und sehen mit eigenen Augen die Erfüllung der prophetischen Visionen vom Aufbau des Landes, der Rückkehr nach Zion, der Selbständigkeit Israels, der Kriege Israels und die Rückkehr der Tora zu ihrer ursprünglichen Heimstatt.


3. "Die Erlösung in kleinen Schritten" - G~tt bringt unsere Erlösung in kleinen Schritten auf natürlichen Wegen; dadurch erklären sich die Hindernisse, die Komplikationen, die Fehl- und Rückschläge, und darum darf man nicht aufgeben, sondern muß weitermachen und andere ermuntern.


4. "Das Volk Israel" - Der Herr der Welt bringt die Erlösung uns und der Welt, durch uns und von uns, durch unsere ganze Nation und nicht irgendeine Teilgruppe. In allen regt sich, ob offen oder im Verborgenen, der Geist G~ttes.


5. "Der Staat Israel" - stellt ein großes Gebot (Mitzwa) dar, ein gesellschaftliches Gebot des "Ererbens des Landes", die souveräne Herrschaft des Volkes über das Land. Unser eigener Staat bedeutet eine so große Heiligung des göttlichen Namens ("Kidusch Haschem"), daß trotz einiger ernster Entweihungen des göttlichen Namens ("Chilul Haschem") auf den Gebieten der Erziehung, der Rechtsprechung und bezüglich christlicher Mission - jener Kidusch Haschem alles aufwiegt, und "groß ist die Heiligung des göttlichen Namens, die aus der Entweihung des göttlichen Namens erwächst" (Talmud jeruschalmi, Sanhedrin 6.Kap., Hal.7).


6. "Zahal" (die israelischen Verteidigungsstreitkräfte) - bedeutet ein dreifaches Gebot, nämlich Schutz des Volkes, des Landes und Heiligung des göttlichen Namens. Dieses Gebot verlangte schon immer Opferbereitschaft, und diese Opferbereitschaft beinhaltet Beharrlichkeit trotz des Anblickes schwerwiegender Makel wie das Zerstören von jüdischen Siedlungen und der gemeinschaftliche Dienst von Soldatinnen und Soldaten; nichtsdestoweniger werden wir mit gesteigertem Eifer und Einsatzwillen in den Reihen unserer Armee mitwirken.


7. "Die Regierung" - Unsere Regierung hat gewisse Aspekte des biblischen Königtums. Sicher zählen Dinge, die nicht dem Worte G~ttes entsprechen, soviel wie der Staub des Bodens, doch trotz gewisser Mängel sind wir heilfroh und überglücklich mit unserer eigenen Regierung - und nicht einer türkischen oder britischen. Wir werden dafür kämpfen, alles, was noch bereinigt werden muß, zu verbessern, und was bereits verbessert wurde, zu stärken.


8. "Das ist unser Land" - Dieses ganze Land ist unser Land, vollumfänglich innerhalb seiner biblischen Grenzen, nach dem Worte G~ttes, und wir dürfen von keinem Quadratzentimeter ablassen; wir werden uns vielmehr für unsere Souveränität über alle Gebiete einsetzen, über ihre Erschließung und ihre Besiedlung.


9. "Stärkung des Glaubens" - Nicht mit Nötigung und Druck werden wir unser Volk der Tora und ihren Geboten, besonders denen vom Lande Israel, näherbringen, sondern durch Liebe, durch Tora, mit Geduld und Glauben - Glauben an G~tt, Glauben an die Besonderheit des jüdischen Volkes und Glauben an seine großen Kräfte.


10. "Einigkeit" - wird durch vorbedingungslose Liebe erreicht, innige Einigkeit ohne Haß, durch wahrhaftige Erkenntnis, daß das Verbindende unendlich größer ist als das Trennende - was keine gerechtfertigten politischen Auseinandersetzungen ausschließt, allerdings ohne das Überqueren "roter Linien" von Gewalt, Beschimpfung und Haß. Man sollte sich immer vergegenwärtigen, daß geteilte Ansichten nicht mit geteilten Herzen gleichzusetzen sind.


Erst recht muß unter uns, den treuen Anhängern der Wiedererstehung der Nation in ihrem Lande nach den Weisungen der Tora, große Liebe herrschen.




Weitere Kommentare von Rabbiner Schlomo Aviner zu aktuellen Themen auf hebräisch im Internet (audio/online):

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Jüdische Besiedlung ehemals jüdischen Eigentums in Jerusalem - Ateret Kohanim

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  • date: Sonntag, den 23. April 2006 um 00:00 Uhr / כ"ה ניסן תשס"ו
  • Kategorie: Betrachtungen zum Wochenabschnitt
  • Rabi: Das Blatt zum Wochenabschnitt
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